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Lebensretter-Tipps zur Hauptbrandsaison: Advent, Advent – viel mehr als ein Lichtlein brennt

360 Feuertote in Deutschland jedes Jahr – und genau jetzt beginnt die Hochsaison für Haus- und Wohnungsbrände. // Schutztipps von der Feuerwehr und Europas größtem Institut für Brandschutz.

 

Pressemitteilung 39/2021


Köln, 26. November 2021. Alle Jahre wieder: Festlich dekorierte Zimmer, leuchtende Weihnachtsbäume, bunte Feuerwerke … und tausende brennende Zimmer, Hausflure, Balkone. Immer im Dezember steigt die Zahl zerstörerischer, oft sogar tödlicher Brände stark an. Experten der Feuerwehr und von VdS, Europas größtem Sicherheits-Zertifizierer, erklären, wie Sie Ihre Liebsten und Ihr Heim ganz einfach schützen können.

„Risikomanagement“ in der Advents- und Weihnachtszeit

Klar: Adventskränze und Christbäume brennen leichter, je trockener sie sind. „Frisches Holz, sogar frische Tannennadeln, brennen kaum. Aber mit jedem der besinnlichen Tage wird es gefährlicher. Und importierte Tannen werden wegen langer Transportzeiten schon im November gefällt. Allerspätestens Heiligabend sind die rund 40.000 Nadeln pro Baum dann enorm leicht entflammbar“, warnt Christoph Haupt, Prüf-Experte in den VdS-Laboratorien. „Schützen Sie sich durch den Kauf frischer Bäume aus der Region. Und Tannen sowie Kränze bitte auch nach dem Aufstellen bewässern oder mit Wasser benetzen – Nadeln, Äste, selbst der Stumpf nehmen immer noch Feuchtigkeit auf. Jeder Tropfen reduziert die Brandgefahr.“

Wichtig sind wie gewohnt stabile Kerzenhalter sowie Baumständer – und dass Sie brennende Kerzen bei Verlassen des Raumes, egal wie kurz, immer löschen. „Viele Bürger nutzen aus Sicherheitsgründen Elektro-Lichterketten. Doch Elektrik ist der deutschlandweit häufigste Brandauslöser – zum Beispiel durch Alterung, Mängel oder überlastete Mehrfachsteckdosen“, betont Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes. „Ihre Feuerwehr empfiehlt: Nutzen Sie bitte nur Qualitätsware und schalten Sie auch Elektro-Beleuchtung bei Abwesenheit, vor allem vor dem Zubettgehen, unbedingt aus. Brüchige oder gequetschte Kabel direkt entsorgen. Sollte ein elektrisch dekorierter Weihnachtsbaum oder Adventskranz brennen, ziehen Sie sofort den Stecker. Wenn Sie können, auch vor Löschversuchen mit Wasser.“ Eines hat sich seit Jahrzehnten nicht geändert: „Im Ernstfall können der in schneller Griffweite platzierte Feuerlöscher, das Löschspray oder der volle Wassereimer Ihr ganzes Haus retten. Am wichtigsten ist natürlich Ihr Eigenschutz: Im Zweifel sofort raus aus dem Gefahrenbereich, die Feuerwehr ist auch an Heiligabend schnell da.“

Köstlich – aber explosiv: das Fest-Fondue

Ein beliebtes Festessen endet leider immer wieder mit furchtbaren Verletzungen: Entflammt das im Fonduetopf kochende Fett, dann niemals Wasser hineinkippen! Haupt erklärt: „Im Topf brennt nur die winzige oberste Ölschicht, nur sie hat Sauerstoffkontakt. Gießt man aber Wasser hinein – ein fataler Löschversuch! –, so verdampft dieses sofort und reißt massenweise Fett in die Luft, das sofort großflächig entflammt. Schon der Inhalt eines Wasserglases erzeugt eine mehrere Meter hohe Explosion. Von der Zimmerdecke zurückgeworfen, bedeutet das für jeden am Tisch schwerste Verbrennungen, mindestens! Wenn also das Fondue brennt: Deckel drauf. So ersticken Sie das Feuer sofort und gefahrlos.“

Sprengstoff-Schutztipps für Silvester

Auch nach Weihnachten haben die Feuerwehren weiter Hochbetrieb. „Jeder Silvesterknaller, jede Rakete enthält Sprengstoff“, warnt Hachemer. „Das macht unter anderem die tausenden fehlgeleiteten Böller immer zu gefährlichen Brandquellen.“ Achten Sie auf die Anwendungshinweise auf den Packungen: „Sprengstoff gehört nicht in Kinderhände.“

Das ganze Jahr wichtig: Rauchmelder

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 360 Menschen durch Feuer, meist in den eigenen vier Wänden. Todesursache sind fast nie die Flammen an sich: „95 % der Brandopfer ersticken an einer Rauchvergiftung, meist im Schlaf. Denn dann riechen wir nichts“, erklärt Hachemer. „Schon ein Kilo schmorendes Plastik erzeugt schnell 2.500 Kubikmeter hochgiftige Gase. Drei Atemzüge in einem verrauchten Raum machen bewusstlos, zwei Minuten sind bereits tödlich. Wir empfehlen deshalb unbedingt die Nutzung von Rauchmeldern. Diese günstigen, leicht zu montierenden und zudem deutschlandweit gesetzlich vorgeschriebenen Geräte sind die einzige sichere Chance, bei einem nächtlichen Brand wach zu werden!“

„Alle 2,34 Minuten rücken unsere Feuerwehren zu Bränden aus“, betont Haupt. „Qualitätsgeprüfte Rauchmelder alarmieren sofort und lautstark. Sie schützen Ihr Heim und retten im Ernstfall Ihr Leben! Seit den Neunzigern ist die Zahl der Brandtoten in unserem Land fast gedrittelt – vor allem dank der immer häufigeren Nutzung von Rauchmeldern.“ Von VdS als sicher zertifizierte Geräte haben in umfassenden Prüfungen bewiesen, dass sie zuverlässig warnen, lange bevor tödliche Rauchkonzentrationen erreicht sind. Melder mit VdS-Qualitätssiegel enthalten auch immer die von den Feuerwehren empfohlenen 10-Jahres-Akkus, was das häufige Risiko `Batteriewechsel vergessen – Gerät kann niemanden mehr schützen´ ausschließt. Alles Wissenswerte zu Anbringung, Wartung etc. finden Sie auf www.vds.de/lebensretter oder auf YouTube, Suchbegriff „VdS Rauchmelder“. Auch Ihre Feuerwehr vor Ort unterstützt Sie gerne.

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