Richtlinien VdS 3546:

Neue Anforderungen für die Sicherheit von Parkscheinautomaten umgesetzt

Pressemitteilung 17/2021

Im September 2020 erschien die überarbeitete DIN EN 12414 – Einrichtungen zur Parküberwachung von Fahrzeugen – Anforderungen und Prüfverfahren für Parkautomaten. Neben diversen Änderungen, z.B. an die Barrierefreiheit oder die Benutzerschnittstelle, wurde hier insbesondere der Diebstahl- und Einbruchschutz mit detaillierten Prüfverfahren für die Sicherheitsklassen P0 bis P4 neu aufgenommen.

Köln, 04.Juni 2021. Parkscheinautomaten sind ein lohnendes Angriffsziel für Täter, die es in der Regel auf den Diebstahl der eingelagerten Geldbestände abgesehen haben. Deshalb müssen Parkscheinautomaten über geeignete Schutz- und Sicherheitsmerkmale verfügen, die einen Einbruch möglichst schwierig machen. Entscheidende Größe bei der Klassifizierung von Parkscheinautomaten ist die Widerstandsfähigkeit, d.h. die Zeit, die ein Täter benötigt, um die Schutzmaßnahmen erfolgreich zu überwinden. 

Als Vorlage für den Diebstahl- und Einbruchschutz bei Parkscheinautomaten dienten die in den seit 2010 etablierten VdS Richtlinien VdS 3546 für mechanische Sicherungstechnik beschriebenen Anforderungen, Klassifizierungen und Prüfverfahren. Neben den von VdS bekannten Klassen P1 bis P4 wurde in der DIN EN 12414 zusätzlich die Klasse P0 aufgenommen. Um die EN-Norm in Bezug auf den Diebstahl- und Einbruchschutz vollumfänglich zu erfüllen und unseren Kunden einen Mehrwert zu bieten, hat VdS in seinen Richtlinien die Klasse P0 ebenfalls aufgenommen und diese im Januar 2021 in geänderter Version neu herausgebracht.

„Die Anforderungen hinsichtlich der Dauer einer möglichen Überwindung und die Wirksamkeit der eingesetzten Werkzeuge nehmen von Klasse zu Klasse zu“, erklärt Frederic Prudent, VdS-Abteilungsleiter im Labor für Wertbehältnisse. „Die potenzielle Dauer der unberechtigten Öffnung eines spezifischen Parkscheinautomaten ist neben der Konstruktion des Automaten maßgeblich abhängig von der Wahl der eingesetzten Einbruch- und Aufbruchwerkzeuge. Darüber hinaus spielen Professionalität und Erfahrung des Angreifers sowie die Intensität des Angriffs eine Rolle“, fügt er hinzu.

So müssen Parkscheinautomaten mit dem Widerstandsgrad P0 einem Aufbruchversuch mit Werkzeugen wie beispielsweise einem Schraubendreher, Keil, einer Zange oder einem Hammer für mindestens eine Minute standhalten. Dabei kennen die Prüfer den Konstruktionsplan und nutzen die Schwächen gezielt aus. Für eine P4-Klassifizierung kommen bei der Widerstandsprüfung weitere Werkzeuge wie Bohrmaschine oder Lochsäge bzw. -schneider zum Einsatz. Hier wird außerdem eine Widerstandszeit von mindestens fünf Minuten gefordert.

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