Gemeinsame Studie von VDMA, VdS und Messe Essen zeigt hohe Einbruchzahlen bei Unternehmen und große Zweifel am Schutz kritischer Infrastrukturen - Repräsentative Befragung von 4.000 Bürgern und 1.000 Unternehmensvertretern.
Pressemitteilung 23/2026
Köln, 22. September 2026. Wie sicher fühlen sich die Menschen in Deutschland? Welche Risiken beschäftigen Unternehmen – und wie reagieren sie darauf? Antworten liefert der neue Sicherheitsmonitor (SiMon) 2026, den der VDMA Fachverband Sicherheitssysteme, die VdS Schadenverhütung GmbH und die Messe Essen heute zum Auftakt der Security Essen vorgestellt haben. Für die repräsentative Studie wurden 4.000 Bürgerinnen und Bürger sowie 1.000 Inhaber, Geschäftsführer und leitende Angestellte von Unternehmen befragt. Ein zentrales Ergebnis: Das Sicherheitsbedürfnis in Deutschland steigt auf Rekordniveau. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass insbesondere physische Einbrüche für Unternehmen eine reale Bedrohung darstellen und viele Befragte Defizite beim Schutz kritischer Infrastrukturen sehen. Unternehmen und Privatpersonen reagieren darauf mit konkreten Sicherheitsmaßnahmen und Investitionen.
Sicherheitsbedürfnis nimmt weiter zu und verfestigt sich auf hohem Niveau
78 Prozent der Deutschen geben an, ein starkes Sicherheitsbedürfnis zu haben. Damit setzt sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort: 2024 waren es 73 Prozent, 2025 bereits 77 Prozent. Sicherheit hat sich damit als dauerhaft hohes gesellschaftliches Bedürfnis etabliert. Wie brisant das Thema Sicherheit für viele Menschen und Unternehmen ist, zeigt der Blick auf die Erfahrungen mit Einbrüchen:
- 13 Prozent der befragten Privatpersonen berichten von mindestens einem Einbruch in den vergangenen zwei Jahren.
- Noch deutlicher fällt das Ergebnis bei Unternehmen aus: 45 Prozent waren im selben Zeitraum mindestens einmal von einem physischen Einbruch betroffen – vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
- 42 Prozent der Unternehmen schätzen die Gefahr eines physischen Einbruchs als hoch ein.
„Die Ergebnisse machen deutlich, dass wir bei Unternehmenssicherheit nicht ausschließlich über Cyberrisiken sprechen dürfen. Physische Einbrüche und Diebstähle bleiben eine erhebliche Bedrohung. Unternehmen brauchen deshalb Sicherheitskonzepte, die physische und digitale Risiken gleichermaßen berücksichtigen“, sagt Prof. Dr. Frank Janser, Vorstandsvorsitzender im Fachverband Sicherheitssysteme VDMA. „Für die Sicherheitsindustrie bedeutet das, bestehende Lösungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und unterschiedliche Technologien intelligent miteinander zu verbinden.“
Zertifizierung wird zum wichtigsten Vertrauensanker
Bei der Auswahl von Sicherheitstechnik spielt nachweisbare Qualität eine immer größere Rolle. Erstmals ist die unabhängige Zertifizierung eines Produkts bei Privatpersonen mit 38 Prozent das meistgenannte Kaufkriterium. Damit liegt sie vor Empfehlungen, Smart-Home-Funktionen und anderen Produktmerkmalen.
Auch Unternehmen setzen bei Investitionsentscheidungen an erster Stelle auf Zertifizierung: 29 Prozent nennen sie als wichtiges Kriterium. Weitere relevante Kriterien sind Datenschutz, Wartung und die einfache Integration von Sicherheitstechnik.
„Wer Sicherheitstechnik kauft, muss darauf vertrauen können, dass sie im Ernstfall zuverlässig funktioniert. Dass die unabhängige Zertifizierung laut Sicherheitsmonitor über alle Zielgruppen hinweg zum wichtigsten Vertrauensanker geworden ist, ist daher ein deutliches Zeichen“, erklärt Peter Schramm, Geschäftsführer der VdS Schadenverhütung GmbH. „Geprüfte Qualität schafft Vertrauen, weil sie Leistungsfähigkeit transparent und vergleichbar macht. Zertifizierung ist damit ein zentraler Baustein für wirksamen Schutz – für Unternehmen ebenso wie für Verbraucher.“
Große Zweifel am Schutz kritischer Infrastrukturen
Deutliche Defizite sehen die Befragten bei der Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen. 60 Prozent der Privatpersonen bewerten deren Schutz vor außergewöhnlichen Krisen wie Sabotage, Krieg oder großflächigen Ausfällen als eher oder sehr schlecht. Auch rund die Hälfte der befragten Unternehmensvertreter sieht Verbesserungsbedarf.
An den Staat richten Unternehmen klare Erwartungen: 30 Prozent sehen in einem verbesserten staatlichen Schutz kritischer Infrastrukturen wie Energie- und Wasserversorgung, Verkehrswegen oder Kommunikation eine Maßnahme, durch die auch das eigene Unternehmen besser geschützt wäre.
„Der Sicherheitsmonitor macht eine gefährliche Diskrepanz deutlich: Unternehmen sind in hohem Maße von Einbrüchen betroffen, gleichzeitig bestehen erhebliche Zweifel, ob unsere kritischen Infrastrukturen ausreichend geschützt sind“, sagt Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen. „Gerade angesichts der aktuellen Bedrohungslage müssen Unternehmen und KRITIS-Betreiber ihre Schutzkonzepte weiterentwickeln. Auf der Security Essen zeigen rund 500 Aussteller, wie sich Firmen und Infrastrukturen besser schützen lassen – von Videoüberwachung, Einbruchschutz und Zutrittskontrolle bis zu vernetzten und KI-gestützten Sicherheitssystemen. Zusätzlichen Input gibt unsere Veranstaltung „KRITIS Spotlight“ auf der Security Essen. Hier erläutern Experten, wie kritische Infrastrukturen stärker gesichert werden können.“
Unternehmen investieren weiter in ihre Sicherheit
Die wahrgenommenen Risiken führen bereits jetzt zu konkreten Investitionsentscheidungen bei Privatpersonen und Firmen. In den kommenden zwölf Monaten wollen Unternehmen unter anderem in Sicherheitskameras (29 Prozent), Einbruchmeldetechnik (16,3 Prozent), Schließsysteme (15,5 Prozent) und Türzusatzsicherungen (15,5 Prozent) investieren.
Auch in privaten Haushalten ist Einbruchsschutz weit verbreitet. Fast neun von zehn Befragten haben bereits mindestens eine entsprechende Maßnahme umgesetzt. Besonders verbreitet sind Bewegungsmelder, daneben kommen mechanische und elektronische Sicherungslösungen zum Einsatz.
Für das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum sind sichtbare Maßnahmen besonders relevant. 57 Prozent der Befragten nennen eine gute Beleuchtung als Maßnahme, die ihnen dort das größte Sicherheitsgefühl vermittelt. 45 Prozent nennen eine sichtbare Polizeipräsenz, gefolgt von Videoüberwachung mit 39 Prozent und Sicherheitskräften beziehungsweise Ordnungsdiensten mit 38 Prozent. Die Ergebnisse zeigen: Sicherheitsgefühl entsteht durch das Zusammenspiel von Gestaltung, personeller Präsenz und Sicherheitstechnik.
Über den Sicherheitsmonitor 2026
Der Sicherheitsmonitor wurde vom 9. bis 20. Juli 2026 vom Meinungsforschungsinstitut “INSA Consulere” im Auftrag des VDMA, der Messe Essen und der VdS Schadenverhütung GmbH gemeinsam durchgeführt. Die repräsentative Studie basiert auf einer Befragung von 4.000 Privatpersonen und 1.000 Unternehmen in Deutschland.
Kontakt:
VDMA: Lilli Becker: +49 170 204 8873; lilli.becker@vdma.eu
VdS: Jan Leder: +49 1512 1804835; jleder@vds.de
Messe Essen: Kirsten Hemmerde: +49 201 7244 432; kirsten.hemmerde@messe-essen.de