Hochsaison der Haus- und Wohnungsbrände beginnt

Advent, Advent – oft viel mehr als nur ein Lichtlein brennt

Tödliches Fondue: Dieses Bild zeigt keinen Action-Kracher aus Hollywood, sondern nur ein kleines Gläschen Wasser in brennendem Speisefett (Vorführung während eines VdS-Lehrgangs).


400 Brandtote jedes Jahr in Deutschland – und genau jetzt beginnt die Hochsaison der Haus- und Wohnungsbrände. // Experten der Feuerwehr und von VdS, Europas größtem Institut für Brandschutz, geben Tipps für die Sicherheit Ihrer Familien und Ihrer vier Wände.

Köln, 29. November 2018. Alle Jahre wieder: Festlich dekorierte Zimmer, leuchtende Weihnachtsbäume, ausgelassene Feuerwerke – leider ist der Dezember auch die Hochsaison für brennende Häuser. Immer zum 1. Advent steigt die Zahl der Feuerwehr-Einsätze vier Wochen lang deutlich an. Viele dieser vernichtenden, oft sogar tödlichen Brände können mit einfachen Maßnahmen verhindert werden. Experten der Feuerwehr und von VdS, Europas größtem Institut für Brandschutz, kennen die typischen Gefahrenquellen – und erklären Ihnen, wie Sie sich, Ihre Lieben und Ihr Heim ganz einfach schützen können.

 

Schutztipps für die Advents- und Weihnachtszeit

Je trockener Adventskränze und Weihnachtsbäume werden, desto leichter sind sie entflammbar. Die Brandgefahr steigt also mit jedem der besinnlichen Tage weiter an. „Frisches Holz, selbst frische Tan-nennadeln, brennen kaum. Allerdings sind die angebotenen Weihnachtsbäume oft Importe und werden wegen langer Transportzeiten bereits im November gefällt. Spätestens Heiligabend sind die rund 40.000 Nadeln pro Tanne dann sehr leicht entflammbar“, erklärt Christoph Haupt, Labor-Ingenieur bei Europas größtem Sicherheits-Zertifizierer VdS. Das Kölner Institut prüft seit 110 Jahren die Zuverlässigkeit von Brandschutztechniken. „Schützen Sie sich durch den Kauf von frischen Bäumen aus heimischem Anbau“, rät Haupt. „Und Tannen sowie Adventskränze bitte auch nach dem Aufstellen noch bewässern oder mit Wasser benetzen. Sie nehmen über Nadeln, Äste und selbst den Stumpf immer noch Feuchtigkeit auf. Jeder Tropfen vermindert die Brandgefahr.“

Wichtig sind weiterhin die bewährten Klassiker: ein fester Stand des Christbaums, stabile Kerzenhalter, und natürlich brennende Kerzen niemals unbeaufsichtigt lassen. Gut zu wissen für die Platzwahl: Ein trockener Baum steht sehr schnell im Vollbrand, der blockierte Fluchtweg vergrößert sich so deutlich. „Viele Bürger nutzen wegen der Feuergefahr lieber elektrische Lichterketten. Doch auch Elektrik ist ein häufiger Brandauslöser – z.B. durch Mängel, Altersschwäche oder überlastete Steckdosen“, warnt Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes. „Die Feuerwehr empfiehlt: Nutzen Sie nur Qualitätsware und schalten Sie auch elektrische Beleuchtung bei Abwesenheit, vor allem vor dem Zubettgehen, unbedingt aus. Brüchige oder gequetschte Kabel, Wackelkontakte? Lieber entsorgen. Ist elektrische Dekoration in einen Brand involviert: Sofort den Stecker ziehen. Erst recht, bevor man mit Wasser zu löschen versucht.“ Eines hat sich seit Jahrzehnten nicht geändert: „Der in schneller Reichweite platzierte Feuerlöscher oder gefüllte Wassereimer kann im Ernstfall das gesamte Haus retten. Vorrang hat natürlich immer der Eigenschutz: Im Zweifel lieber sofort raus aus dem Haus, die Feuerwehr kommt schnell.“

 

Köstlich – und explosiv: das Fondue

Eine weitere häufige Brandursache ist das typische Weihnachts- und Silvesteressen: Beim Fondue entzündet sich oft das im Topf kochende Fett – niemals darf dann versucht werden, mit Wasser zu löschen! Haupt warnt: „Im Fonduetopf hat nur die oberste Fettschicht Luftkontakt, nur dieser winzige Teil des Fettes brennt. Wird aber bei einem – fatalen! – Löschversuch Wasser hineingegossen, verdampft dieses sofort, schießt nach oben und reißt massenweise flüssiges Fett mit, das sich im Luftkontakt sofort entzündet. Versuche in den VdS-Laboratorien zeigen: Schon ein kleines Gläschen Wasser erzeugt, in brennendes Speisefett geschüttet, eine mehrere Meter hohe Flamme. Die Zimmerdecke wirft diese Explosion auf die Speisenden zurück – die Folge sind schwerste Verbrennungen, mindestens! Wenn also mal das Fondue brennt: Einfach den Deckel drauf. So ersticken Sie das Feuer in Sekundenschnelle.“

 

Schutztipps für Silvester

Auch nach der Weihnachtszeit herrscht für die Feuerwehr weiter Hochbetrieb. „Schon Wunderkerzen verursachen immer wieder Brände – sie werden über 700 Grad heiß“, betont Hachemer. „Und die Basis von Silvesterknallern ist Sprengstoff. Jede der tausenden fehlgeleiteten Raketen ist eine gefährliche Brandquelle.“ Schnell sind vor allem Schlafende in tödlicher Gefahr: Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 400 Menschen durch Feuer, meist in den eigenen vier Wänden. Todesursache sind selten die Flammen an sich, sondern bei 95 % eine Rauchvergiftung. „Sogar Experten sind immer wieder überrascht, wie schnell selbst kleinste Brände ein Haus komplett verqualmen“, erklärt Hachemer. „Drei Atemzüge in einem verrauchten Raum können schon bewusstlos machen, zwei Minuten im Rauch tödlich sein. Die meisten Brandopfer sterben im Schlaf. Denn dann setzt unser Geruchssinn aus. Wir empfehlen deshalb unbedingt die Nutzung von Rauchmeldern. Diese günstigen, leicht zu montierenden Geräte können das Leben Ihrer ganzen Familie retten.“

 

Das ganze Jahr wichtig: Rauchmelder

Alle Bundesländer schreiben die Rauchmelder-Nutzung für Privatwohnungen inzwischen gesetzlich vor. „Qualitätszertifizierte Melder alarmieren im Ernstfall sofort und lautstark – sie begrenzen die Zerstörungen und retten vor allem Leben!“, betont Haupt. Von VdS als sicher zertifizierte Rauchmelder haben in zahlreichen Prüfungen bewiesen, dass sie bei Gefahr zuverlässig warnen – lange bevor tödliche Rauchkonzentrationen erreicht sind, lange bevor die giftigen Gase Fluchtwege blockieren können. Die handtellergroßen, unauffälligen Melder lassen sich ganz einfach an der Decke anbringen, am besten in der Raummitte. Kurz gebohrt oder geklebt, fertig. Sie gehören in jedes Schlaf- und Kinderzimmer, zusätzliche Geräte empfehlen sich für mögliche Fluchtwege wie die Flure.

Alle von VdS als sicher zertifizierten Rauchwarnmelder, viele weitere Schutztipps und Montagehinweise finden Sie hier.