Kölner Verkehrs-Betriebe AG

Interview mit Ralf Over


Was ist Ihre aktuelle Tätigkeit bei den Kölner Verkehrs-Betrieben?

Ich bin als technischer Angestellter bei den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) tätig, einem der größten öffentlichen Verkehrsunternehmen in Deutschland. Mit unseren 382 Bahnen und über 300 Bussen sind täglich mehr als 850.000 Menschen in Köln unterwegs. Um das leisten zu können, sind neben der direkten Personenbeförderung viele Mitarbeiter auf den Betriebshöfen, in den Werkstätten, den Verkaufsstellen und der Verwaltung der KVB eingesetzt.

Ich bin tätig im Bereich Technisches Gebäudemanagement. Konkret geht es hier um die Bauunterhaltung der Hochbauten  der KVB wie z. B. desm zentralen Stadtbahnbetriebshofes Merheim. Als Brandschutzbeauftragter bin ich speziell zuständig für diesen Betriebshof. Darüber hinaus fallen Läden in der HUGO Passage, der Zwischenebene der U-Bahn-Station „Neumarkt“, in meinen Zuständigkeitsbereich. Ich unterstütze damit auch den Gesamt-BSB der KVB.

Was sind die wichtigsten Brandschutz-Themen in Ihrem Unternehmen? Welche Probleme/Aufgaben spielen bei der KVB/in Ihrem Arbeitsbereich die größte Rolle?

In den letzten Jahren wurden nach und nach alle von uns zu betreuenden Liegenschaften gemäß der bestehenden oder neu entwickelten Brandschutzkonzepte überprüft und beispielsweise die Brandschutzordnungen aktualisiert, die Flucht- und Rettungspläne angepasst oder die Feuerwehrpläne – in Zusammenarbeit mit Brandschutz-Ingenieurbüros überarbeitet.

Daher sind wir in Sachen Sicherheit und Brandschutz heute auf einem guten Stand. Trotzdem achten wir selbstverständlich darauf, dass die Brandschutzordnungen auch eingehalten werden und machen mindestens jährliche Brandschutzbegehungen in unseren Objekten.

In der HUGO-Passage Neumarkt ist die Kontrolle der gesamten Brandschutz-Anlagentechnik wichtig, z. B. die Prüfung der Sprinkleranlagen, die von den Sachverständigen von VdS Schadenverhütung vorgenommen wird.

Im KVB-Betriebshof in Köln-Merheim werden die gesamten Stadtbahnen der KVB gereinigt, es werden die vorschriftsmäßigen Inspektionen und Wartungen und wenn nötig Reparaturen durchgeführt.
Praktisch heißt das, dass hier Karosseriearbeiten an den Zügen erledigt werden, wie z. B. die Aufarbeitung von Radkränzen an einer Unterflurdrehmaschine. Es gibt u. a. eine Blechschlosserei, eine Schreinerei und eine Elektrowerkstatt. Außerdem wird ein großes Lager mit Ersatzteilen mit Farben, Lacken, Ölen, Fetten, Kunststoffen für die Sitze, Schläuchen, Elektronikbauteilen usw... unterhalten.  In solchen Bereichen sind natürlich viele Zündquellen wie auch unterschiedlichste Brandlasten enthalten.



Welche Aufgaben spielen für Sie als BSB im Alltag die größte Rolle?

Als Mitarbeiter des technischen Gebäudemanagements agiere ich quasi wie ein externer BSB, habe vor allem eine koordinierende und kontrollierende Funktion. Das Ausbilden und Bestellen von Brandschutzhelfern etwa wird von den einzelnen Betriebshöfen selbst durchgeführt, genauso wie diese für die Einhaltung der Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften zuständig sind. Auch die Brandschauen mit der Feuerwehr werden von den Liegenschaften direkt abgehalten.

Ich bin jedoch auch häufig vor Ort, um z. B. bei Baumaßnahmen die Erfüllung der Brandschutzvorschriften zu überprüfen: Einhaltung der Fluchtwege, Brandschutztüren/-rolltore und Notauslösevorrichtungen an den richtigen Stellen, Sicherung der Brandabschnitte durch feuerwiderstandsfähige Schotts in den Brandwänden, ordentliche Kabeldurchführungen usw.

Wie haben Sie Ihren VdS-Lehrgang in Erinnerung? Was war am Wichtigsten/Nützlichsten in Bezug auf Ihre heutige Tätigkeit? Würden Sie den BSB-Lehrgang weiter empfehlen?

Den BSB-Lehrgang fand ich insgesamt sehr gut, die theoretischen Teile wie auch die praktischen, besonders den Besuch der Feuerwache. Hier ist mir vor allem eine Demonstration – die komplette Verrauchung eines Raumes – noch sehr drastisch in Erinnerung. Eine beklemmende Erfahrung – und nachhaltig, was die Gefährlichkeit von Bränden anbelangt.

Sehr schön war der gemeinsame Abend mit allen Teilnehmern, der vom VdS veranstaltet wurde und den Teilnehmern die Gelegenheit gab, sich abseits vom Alltagsbetrieb zu Sachthemen auszutauschen.

Sie haben ja seit Ihrem BSB-Lehrgang im Jahr 2008 schon einige weitere VdS-Veranstaltungen besucht. Haben Sie aktuell noch Fortbildungsmaßnahmen geplant?

Ja, ich hatte im Vorfeld den Lehrgang „Brandschutztüren und -tore“ besucht, und dann im Herbst 2010 das zweitägige VdS-Fortbildungsseminar für Brandschutzbeauftragte. 2011 war ich zudem beim Seminar „Checklisten für die Brandschutzpraxis“. Aktuell habe ich noch keine neuen Termine festgelegt, aber ich kann auch die Fortbildungsangebote für BSB beim VdS-Bildungszentrum durchweg weiter empfehlen.

Herr Over, wir danken Ihnen für das Gespräch!