IKEA Berlin-Tempelhof

Interview mit Dörk Müggenburg



Was ist Ihre aktuelle Tätigkeit bei IKEA?

Seit Juli 2010 bin ich Mitarbeiter der Haustechnik bei IKEA in Berlin-Tempelhof und sorge mit unserem Team für einen reibungslosen Betriebsablauf, inklusive der Pflege der Gebäude und Liegenschaften unseres Hauses. Nach dem bei VdS absolvierten BSB-Lehrgang bin ich seit 01.11.2011 auch bestellter Brandschutzbeauftragter für unseren IKEA-Store.

Als gelernter Elektriker war ich zwar schon mit vielen Gefahren vertraut, aber was ich durch den Lehrgang noch alles an Risiken kennengelernt habe, mit denen ein Betriebsablauf konfrontiert ist, hat mich motiviert, mich noch viel mehr in Sachen Brandschutz und Sicherheit zu engagieren.

Wie hat sich Ihre Tätigkeit seit Ihrem BSB-Lehrgang bei VdS im Jahre 2011 entwickelt?

Ich bin in die Aufgaben meines BSB-Vorgängers hinein gewachsen und habe durch den VdS-Lehrgang mein Wissen deutlich vertiefen können, zudem ein geschultes Auge für Brandschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz entwickelt. Zu meinen Aufgaben gehören insbesondere die täglichen Brandschutzkontrollen (baulicher, anlagentechnischer, betrieblich-organisatorischer und abwehrender Brandschutz). Als Brandschutzbeauftragter arbeite ich auch verstärkt mit der Berliner Niederlassung von VdS Schadenverhütung, konkret mit Herrn Thomas Meyer, zusammen. VdS prüft in unserem Markt die Anlagentechnik und hat mit mir einen kompetenten Ansprechpartner vor Ort.


Was sind die wichtigsten Brandschutz-Themen in Ihrem Unternehmen?

Ganz klar bei IKEA: die Sicherheit unserer Kunden (hohes Personenaufkommen bei relativer Unkenntnis der Umgebung) und unserer Mitarbeiter stehen an erster Stelle. Deswegen erfolgen die regelmäßigen Kontrollen aller Brandschutz-relevanten Bereiche, unsere jährlichen Sicherheitsschulungen aller Mitarbeiter mit der Einweisung in die Sicherheitsabläufe, sowie die guten und regelmäßigen Schulungen unserer Hausfeuerwehr. Zusätzlich führen wir zweimal im Jahr Hausräumungs-Übungen durch (den sogenannten „Code-1000“-Ablauf), einmal mit Kunden, einmal ohne Kunden, um die Sicherheit in unserem Haus weiter auf dem hohen Niveau zu halten und möglichst noch zu steigern.

Gerade wegen des hohen Publikumsverkehrs legt IKEA größten Wert auf schnelle Gefahrenabwehr, ein Beispiel dafür ist der typische Ablauf bei einer Alarmierung: Der diensthabende Verantwortliche („Jourdienst“) der Hausleitungsgruppe („HLG“) entnimmt bei Auslösung eines Alarmes einen Satz Feuerwehrlaufkarten (IKEA hat zwei Sätze, einen für die Feuerwehr und einen für die internen Hilfeleistungen), begibt sich zum Auslösebereich und veranlasst alles Weitere. Dort benennt er z.B. die Koordinatoren für den Betriebserhalt der Sprinklerzentrale oder den Koordinator Brandstelle, der vor Ort die Hausfeuerwehr einteilt. Ein schönes Beispiel, warum praktische Übungen so wichtig für unser Unternehmen sind: Auf den Feuerwehrlaufkarten haben wir die bisher üblichen grafischen Darstellungen durch konkrete Bezeichnungen erweitert, wodurch sich die Mitarbeiter viel besser orientieren können.

Natürlich haben wir in unseren Möbelhäusern auch hohe Brandlasten. Gerade in Phasen, in denen auch während der Betriebszeiten in der Ausstellung umgebaut wird, gilt es, von vornherein präventiv tätig zu sein. Zudem kommt es bei Anlieferungen oftmals zu großen Mengen an Brandlasten, z. B. wenn neue Textilien eintreffen. Hier sorge ich für die Einhaltung interner Vorschriften für die Lagerung, und dafür, dass alle brandschutzrelevanten Einrichtungen (Wandhydranten, Druckknopfmelder, Fluchttunnel etc.) frei gehalten werden.

Welche Aufgaben spielen für Sie als BSB im Alltag die größte Rolle?

Wichtig sind natürlich alle Aufgaben; im Alltag sind es die täglichen Kontrollen der baulichen Gegebenheiten, der Anlagentechnik, der Freihaltung der Fluchtwege sowie der Sicherheitsbeleuchtung, auf die ich ganz besonders großen Wert lege.

Unerlässlich sind auch unsere wöchentlichen „SecChecks“, die jeweils durch die einzelnen Abteilungen durchgeführt werden. Diese stellen nicht nur eine große Hilfe für unsere Arbeit dar, sondern liefern uns häufig auch zusätzlichen Input.

Wie haben Sie Ihren VdS-Lehrgang in Erinnerung? Was war am wichtigsten/nützlichsten in Bezug auf Ihre neue Tätigkeit? Würden Sie den BSB-Lehrgang weiter empfehlen?

Den BSB-Lehrgang habe ich persönlich in sehr guter Erinnerung! Wesentlich sind natürlich die theoretischen Grundlagen, also das Wissen um Vorschriften und Richtlinien, aber auch die Kenntnisse von Löschanlagen und baulichem Brandschutz. Der Lehrgang war ebenfalls eine große Hilfe gerade in Bezug auf viele organisatorische Maßnahmen, die wiederum für die täglichen Abläufe hinsichtlich Personenschutz und Sicherheit im Einrichtungshaus IKEA wichtig sind. Da die Lehrgangs-Referenten alle aus der Praxis kommen, konnte ich viele Erfahrungen dieser Experten in meine eigene Arbeit übernehmen.

Haben Sie seitdem noch weitere Seminare zum Thema Brandschutz/Sicherheit besucht? Haben Sie aktuell Fortbildungen für BSB geplant?

Ja, natürlich! Ich habe in 2012 sowohl das eintägige Seminar „Brandschutzordnungen“ bei VdS in Köln besucht, als auch den zweitägigen Lehrgang „Sprinklerwärter“ hier in Berlin absolviert.

Auch für die Zukunft werden Weiterbildungen, immer in Absprache mit meiner Abteilungsleitung, ein wichtiges Thema sein – für mich als Brandschutzbeauftragten und damit für die Sicherheit unseres IKEA-Stores hier in Berlin-Tempelhof.

Herr Müggenburg, wir danken Ihnen für das Gespräch!