Geschäftsführer im Brauhaus Gaffel am Dom, Köln

Interview mit Arnold Hennicken


Herr Hennicken, Sie haben im Januar 2011 den VdS-Lehrgang „Brandschutzbeauftragte“ besucht. Was ist Ihre aktuelle Tätigkeit in Ihrem Unternehmen? Sind sie (noch) Brandschutzbeauftragter oder in ähnlicher Funktion?

Ich bin Geschäftsführer des Gaffel am Dom in Köln, ein modern-traditionelles Kölschbrauhaus und Wirtshaus. Wir sind ein großer Gastronomiebetrieb mit 7-Tage-Betrieb, einer Gesamtkapazität von 720 Personen plus ca. 250 Terassenplätzen und – in Spitzenzeiten – bis zu 2.000 Mahlzeiten pro Tag.

Im Rahmen meiner Geschäftsführertätigkeit bin ich für die Sicherheit und damit auch für den vorbeugenden Brandschutz in unserem Hause verantwortlich. Ich bin ja selbst auch ausgebildeter Brandschutzbeauftragter, habe die VdS-Ausbildung zum BSB absolviert. Die dort erworbenen Kenntnisse waren mir hier schon häufig von großem Nutzen.

Was sind die wichtigsten Brandschutz-Themen im Gaffel am Dom?

Vorbeugender Brandschutz spielt in unserem Haus eine wichtige Rolle. Im täglichen Brauhausbetrieb mit dem hohen Publikumsverkehr, aber auch bei vielen Sonder-Anlässen. Wir sind ja aufgrund unserer Größe auch Versammlungsstätte.

Im Gaffel am Dom finden regelmäßig Veranstaltungen und Festivitäten statt – Karnevalssitzungen, Vereinsversammlungen, Jubiläumsfeiern, Partys. Ebenso Konzerte, wie jetzt im März z.B. zwei große „Brings“-Konzerte. Zu solch großen Veranstaltungen, genau wie zu den Karnevalstagen, wird die komplette Bestuhlung entfernt. Trotz der vielen Besucher müssen natürlich die ordnungsgemäßen Flucht- und Rettungswege sicher gestellt sein. Bei einem Konzert wie von „Brings“ wird in der Mitte des großen Gastraumes ein Podest für die Musiker errichtet. Auch hier ist die Einhaltung der Fluchtwege wichtig.

Wir verfügen hier über umfangreichen anlagentechnischen Brandschutz: Sprinkleranlagen im gesamten Haus mit Ausnahme der Büroräume sowie Rauchwärmeabzugsanlagen. Die Anlagen werden natürlich auch regelmäßig geprüft von den Sachverständigen der Technischen Prüfstelle von VdS Schadenverhütung. Zudem haben wir eine Brandmeldeanlage, die direkt auf die Feuerwehr aufgeschaltet ist. Die Küche ist mit Temperaturmeldern und einer Meldeschleife ausgestattet.


Welche Aufgaben spielen für Sie als BSB im Alltag die größte Rolle?

Neben den oben genannten Themen kommt es immer wieder zu Situationen, die für einen Gastronomie-Betrieb alltäglich sind – aus Brandschutz-Sicht aber alles andere als „Kleinigkeiten“: Eine Geburtstagsgesellschaft will ein Tischfeuerwerk veranstalten, zu einer großen Feier soll Party-Nebel eingesetzt werden, eine Band will zu einem Konzert den Raum einrauchen… Das geht natürlich nicht, und da gilt es, den Brandschutz zu wahren, aber auch unsere Gäste zufrieden zu stellen, und ihnen Alternativen anzubieten. Ebenso sind wir im Moment dabei, die Flucht- und Rettungswege weiter auszubauen, da wir aufgrund der großen Nachfrage unsere Platzkapazitäten bei Veranstaltungen noch etwas erweitern möchten.

Wie haben Sie Ihren VdS-Lehrgang in Erinnerung? Was war am Wichtigsten/Nützlichsten in Bezug auf Ihre heutige Tätigkeit? Würden Sie den BSB-Lehrgang weiter empfehlen?

Den Lehrgang habe ich in sehr guter Erinnerung, u.a. weil die Referenten den zu übermittelnden Lehrstoff in sehr lockerer, aber überzeugender Weise vermittelt haben. Ich würde das Seminar jederzeit weiter empfehlen. Ich konnte für meine BSB-Tätigkeit schon viel praktischen Nutzen daraus ziehen


Haben Sie schon Fortbildungsveranstaltungen für Brandschutzbeauftragte besucht? Haben Sie für die Zukunft Fortbildungsaktivitäten geplant?

Ich habe bisher schon ein „VdS-Fortbildungsseminar für Brandschutzbeauftragte“, im Oktober 2011, besucht, und werde auch zukünftig passende Angebote zur Fortbildung nutzen.

Herr Hennicken, wir danken Ihnen für das Gespräch!