Arla Foods Deutschland GmbH, Pronsfeld

Interview mit Manfred Grün


Herr Grün, Sie haben im April 2006 den VdS-Lehrgang „Brandschutzbeauftragter“ besucht. Was ist Ihre aktuelle Tätigkeit in Ihrem Unternehmen? Sind sie (noch) Brandschutzbeauftragter oder in ähnlicher Funktion?

Ich bin Freigestellter Betriebsratsvorsitzender und Brandschutzbeauftragter bei der Arla Foods Deutschland GmbH, in der Niederlassung Pronsfeld in der Eifel. Die Funktion des BSB habe ich dort seit 2005 inne, ebenso bin ich seit 1998 Leiter unserer 24-Mann starken Betriebsfeuerwehr. Im Laufe der Jahre hat mein Verantwortungsbereich in Sachen Brandschutz um Einiges zugenommen.

Unser Unternehmen war lange bekannt als die Milch-Union Hocheifel eG (MUH), und gehört seit Oktober 2012 als Genossenschaftsmitglied zum internationalen Nahrungsmittelkonzern Arla Foods mit seinen bekannten Marken-Milchprodukten. Der Betriebsstandort Pronsfeld produziert seit 40 Jahren hochwertige Milcherzeugnisse; jährlich werden hier mehr als eine Milliarde Kilogramm Rohmilch veredelt. Bei uns werden alle Arten von haltbaren Milchprodukten hergestellt – allerdings kein Käse. Wir sind ein 3-Schicht-Betrieb mit 40-Hektar-Betriebsgelände, großen Lager- und Produktionshallen.

Was sind die wichtigsten Brandschutz-Themen bei Arla Foods/Niederlassung Pronsfeld?

Vorbeugender Brandschutz ist bei uns Bestandteil des gesamten Betriebsablaufes. Ein großer Teil  des Betriebs ist mit Sprinkleranlagen ausgestattet, insbesondere die Transportstrecken und -brücken innerhalb der Produktionsanlagen, die Lagerbereiche mit Verpackungsmaterialien sowie die Paletten-Lager.

Wir verfügen über 9 Brandmeldeanlagen, die alle direkt aufgeschaltet sind auf die Leitstelle der öffentlichen Feuerwehr und auf die Betriebsfeuerwehr. Dass das sehr gut funktioniert, können wir regelmäßig sehen: Im letzten Jahr gab es insgesamt 57 Einsätze, dazu zählen allerdings auch die Ersthelfer-Einsätze des Deutschen Roten Kreuzes. Bei den Brand-Alarmen handelt es sich fast immer um kleine Entstehungsbrände, z.B. in Abfalleimern. Die Brandschutzanlagentechnik wird turnusgerecht geprüft von den Brandschutzsachverständigen der Technischen Prüfstelle von VdS. Wir haben einen festen Ansprechpartner, der regelmäßig bei uns im Hause ist. Auch aktuell sitzt er als Berater häufiger mit am Tisch, da an unserem Standort neue Betriebsbereiche hinzukommen, nämlich ein Pulverwerk und eine Butterei. Hier bin ich als BSB in die Planung und den Bauverlauf eingebunden – das heißt konkret in die Umsetzung von Brandabschnitten, Fluchtwegen, die Bestückung mit Feuerlöschern etc., gemäß  dem vorliegenden Brandschutzgutachten. Dazu kommen dann die Abstimmungen mit der öffentlichen Verwaltung in Bezug auf die Baugenehmigungen. Was den organisatorischen Brandschutz anbelangt, führen wir z.B. regelmäßig Übungen mit der Betriebsfeuerwehr durch, ebenso Räumungs-/Evakuierungsübungen mit der Belegschaft. Zu meiner Unterstützung als Brandschutzbeauftragter gibt es eine Reihe von ausgebildeten Brandschutzhelfern.



Welche Aufgaben spielen für Sie als BSB im Alltag die größte Rolle ?

Das sind in neben den schon genannten Themen vor allem die häufigen Kontrollen und Inspektionen im Zusammenhang mit der Produktion, den Lagern, dem Gelände: Brandschutztüren müssen geschlossen sein, sofern sie nicht ohnehin mit Feststellanlagen ausgestattet sind. Fluchtwege müssen freigehalten, vorkommende Fehler wie das Unterkeilen von Türe müssen, wie in jedem Betrieb, beseitigt werden. Alle Feuerlöscher müssen an den vorgesehenen Plätzen vorhanden und einsatzbereit sein. Alle 4-6 Wochen erfolgt eine Komplett-Begehung mit immer anderem Streckenverlauf. Dazu kommen aktuelle Projekte, z.B. Umnutzungen von Bestandsbereichen, Korrekturen in „Problemzonen“ und ähnliches. 

Wie haben Sie Ihren VdS-Lehrgang in Erinnerung? Was war am Wichtigsten/Nützlichsten in Bezug auf Ihre heutige Tätigkeit? Würden Sie den BSB-Lehrgang weiter empfehlen?

Der BSB-Lehrgang bei VdS ist auf die Realität des Alltags aufgebaut, und damit sehr praxis-tauglich. Da ist kein Thema zu viel oder übertrieben in den Vordergrund gestellt. Besonders die Demonstrationen und Beispiele blieben bei mir haften! Den Lehrgang kann ich beruhigt weiter empfehlen.

Haben Sie schon Fortbildungsveranstaltungen für Brandschutzbeauftragte besucht? Haben Sie für die Zukunft Fortbildungsaktivitäten geplant?

Ich hatte bereits 2006, im Vorfeld des BSB-Lehrgangs, den VdS-Lehrgang „Grundlagen des Brandschutzes“ besucht. Im Jahr 2008 habe ich zur Fortbildung an der VdS-Fachtagung „Brandschutz im Betrieb“ teilgenommen, und im letzten Jahr an der Tagung  “Brandschutz im Bestand“. Bislang sind bei mir noch keine weiteren Seminare geplant, ich habe aber vor, weiterhin regelmäßig an VdS-Fortbildungen teilzunehmen. Für mich ist es von großem Vorteil, dass VdS hier regelmäßig im Hause ist, so kann ich mich mit einem Fachmann austauschen und vieles direkt vor Ort abklären. 

Herr Grün, wir danken Ihnen für das Gespräch!