Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln

Interview mit Gertrud Borsch


Frau Borsch, Sie haben im Juni 2002 den VdS-Lehrgang „Brandschutzbeauftragte“ besucht. Was ist Ihre aktuelle Tätigkeit in Ihrem Unternehmen? Sind sie (noch) Brandschutzbeauftragte oder in ähnlicher Funktion?

Ich bin seit 1995 bei der Stadt Köln, im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln beschäftigt, als Hausverwalterin und Brandschutzverantwortliche. Bis zum Umzug des Neubaus des Museums im Herbst 2010 war ich viele Jahre Brandschutzbeauftragte im alten Museums-Gebäude am Ubierring in der Kölner Südstadt.

Heute unterstütze ich im Neubau den externen Brandschutzbeauftragten bei seiner Arbeit und bin für die „tagtäglichen“ Brandschutz-Themen verantwortlich. Für das alte Gebäude, das von uns noch immer als Museums-Depot genutzt wird, bin ich nach wie vor Brandschutzbeauftragte. Zudem bin ich Sicherheitsbeauftragte für beide Häuser. 


Was sind die wichtigsten Brandschutz-Themen im Rautenstrauch-Museum?

Als großes Kölner Museum sind wir eine öffentliche Einrichtung, das heißt eine Versammlungsstätte mit sehr viel Publikumsverkehr. Das Herzstück des Rautenstrauch-Joest-Museums ist unsere Dauerausstellung, der Themenparcours „Der Mensch in seinen Welten“ mit 3.600 m² Ausstellungsfläche und vielen einzigartigen Exponaten. Dazu kommen immer dazu wechselnde Themen-Ausstellungen und Sonderveranstaltungen, z.B. ist einen Sonntag im Monat Thementag mit  Zusatzprogrammen zur Ausstellung wie Live-Musik, Filmen und Vorträgen etc. Außerdem haben wir einen Veranstaltungssaal mit bis zu 300 Plätzen, der angemietet werden kann und regelmäßig genutzt wird, z.B. für Abendveranstaltungen mit Catering.

Schon in der Planungs- und Bauphase des Museums-Neubaus spielte der vorbeugende Brandschutz eine wichtige Rolle. Anders als in Altbauten und Baudenkmälern, in denen Museen ja oft zu finden sind, konnte man hier wichtige Sicherheitsvoraussetzungen schon beim Bau mit berücksichtigen. Im Museumsalltag muss der Brandschutz lückenlos funktionieren, soll dabei aber möglichst dezent umgesetzt sein, damit er die Besucher und das Ausstellungs-Erlebnis nicht stört. Das steht natürlich manchmal im Konflikt zueinander.


Welche Brandschutz-Aufgaben spielen für Sie im Alltag die größte Rolle?

Als Hausverwalterin bin ich für diverse Aufgaben zuständig und quasi ständig im Gebäude unterwegs. Dadurch mache ich täglich Begehungen der Ausstellungsflächen, kontrolliere beispielsweise, dass die Feuerlöscher am richtigen Platz und stelle sicher, dass Fluchtwege nicht zugestellt sind. Wenn es größere Brandschutzangelegenheiten gibt, melde ich das der Verwaltungsleitung und unserem externen BSB. Mit ihm zusammen führen wir auch zweimal jährlich die Brandschauen mit der Feuerwehr durch.

Häufig erfolgen Auf- und Abbauten oder Umbauten der Ausstellungen, dabei müssen die Fluchtwege eingehalten sein. Das gilt auch für die Veranstaltungen, für die wir Bestuhlungspläne erstellen und die Flächen für das Catering festlegen.

Das Rautenstrauch-Joest-Museum verfügt selbstverständlich über einen umfassenden anlagentechnischen Brandschutz: eine Brandmeldeanlage, die direkt auf die Feuerwehr aufgeschaltet ist. Rauchwärmeabzugsanlagen. Sprinkleranlagen im ganzen Gebäude – d.h. Ausstellungsflächen, Veranstaltungssaal, und auch Büroräume. Feuerlöscher und Wandhydranten sind im ganzen Gebäude an den notwendigen Stellen untergebracht und gut zugänglich, optisch aber wenn möglich in die Ausstellungen integriert (z.B. sind Schrankfächer sind mit tapeziert), natürlich bis auf die deutlich sichtbaren Piktogramme.  Zwischen den Ausstellungsräumen haben wir Brandschutztüren mit Feststellanlagen: Während der Öffnungszeiten sind sie geöffnet, bei Rauchentwicklung würden Sie auslösen und selbsttätig schließen.

Wie haben Sie Ihren VdS-Lehrgang in Erinnerung? Was war am Wichtigsten/Nützlichsten in Bezug auf Ihre heutige Tätigkeit? Würden Sie den BSB-Lehrgang weiter empfehlen?

Den VdS-Lehrgang „Brandschutzbeauftragte“ kann ich mit gutem Gewissen weiter empfehlen. Die Fachkenntnisse, die ich daraus mitnehmen konnte, haben mir während meiner langjährigen BSB-Tätigkeit sehr viel genützt. Der Lehrgang war interessant und abwechslungsreich, mit vielen praktischen Hinweisen. Auch die weiteren VdS-Seminare, die ich besucht habe, habe ich fachlich und persönlich in guter Erinnerung.

Haben Sie schon Fortbildungsveranstaltungen für Brandschutzbeauftragte besucht? Haben Sie für die Zukunft Fortbildungsaktivitäten geplant?

Ich hatte vor dem BSB-Lehrgang in 2002 schon das VdS-Seminar „Grundlagen des Brandschutzes“ absolviert, später in 2008 die Lehrgänge „Brandschutz in Versammlungsstätten“ und „Sicherheitsbeauftragte“, zudem VdS-Fachtagungen zum Thema Evakuierung.

Auch darüber hinaus habe ich regelmäßig und gerne Sicherheits-Weiterbildungen besucht, z.B. bei der Stadt Köln und beim Bundesamt für Katastrophenschutz und Bevölkerungshilfe, sowie bei weiteren Seminaranbietern. Neben dem Fachwissen war mir bei den Seminaren und Tagungen auch immer der Austausch mit anderen Brandschützern wichtig.

Frau Borsch, wir danken Ihnen für das Gespräch!